HSH-Ausrüstung

Die Ausrüstung

Für die Anwendung der Hand-Sattel-Hand-Methode ist unter anderem ein spezielles Zaumzeug mit den dazu gehörenden Teilen absolut notwendig. Dieses Zaumzeug wurde in langen Versuchsreihen und praktischen Anwendungen ganz speziell für diese Methode entwickelt.

Der HSH-Schulzaum für die gewaltfreie Pferdeausbildung

Sinn und Zweck des HSH-Schulzaumes ist die Ausbildung des Pferdes ohne Zügelgewalt. Er gibt dem Ausbilder die Möglichkeit der eindeutigen Einwirkung auf sein Pferd, ohne dessen Maul abstumpfend zu beanspruchen.

Die Abstützung gegen das weiche Nasenkissen verhindert beim Pferd schmerzhafte „Eindrücke“. Die Befehle werden ohne Gewalt auf den sensiblen Kopfbereich übertragen und werden somit nicht als Strafe empfunden. Ohne schmerzhafte Störungen im Maul gewinnt der Ausbilder schnell das Vertrauen des Pferdes. Alle Teile des HSH-Schulzaumes sind so ausgearbeitet, dass das Pferd ohne körperlichen Zwang leicht und damit auch mit Begeisterung die Übungen erlernt und keine Angst vor Schmerzen hat!

Ausrüstung 1 (Handarbeit)

Die gesamte Ausrüstung für die Grundausbildung nach der Hand-Sattel-Hand-Methode umfasst:

  • HSH-Schulzaum bestehend aus Nasenkissen, Nasenriemen, Backenriemen, Stirnriemen
  • Blindtrense
  • Oberzügel
  • Unterzügel
  • Zügelhalter
  • zusammengesetzte Leinen: kurz (3,30 m), lang (4,20 m), zweifarbig
  • Sattelschere

Alle Teile können Sie hier erwerben!

Der HSH-Schulzaum
Der HSH-Schulzaum

Ausführung und Funktionen des HSH-Schulzaumes

Alle Einzelteile de HSH-Schulzaumes werden in bester handwerklicher Sattlerarbeit hergestellt. Sie sind vollkommen den Bedürfnissen einer schmerzfreien Handhabung angepasst.

Nasenkissen

Es ist leicht mit dem Nasenriemen verbunden. Wichtig ist hierbei die weiche Anpassung an die individuelle Form der Pferdenase. Das Kissen wird mit einer Füllung geliefert. Durch zusätzlich mitgelieferte Polsterwolle können Sie selbst sicher stellen, dass es auch seitlich satt und trotzdem weich an der Nase anliegt. Hierfür besitzt das Kissen rückseitig zwei schlitzförmige Öffnungen. Alles soll weich und ohne Druck wirken.

Nasenkissen
Nasenkissen

Nasenriemen

Der Nasenriemen besitzt nicht mehr das bei Kappzäumen übliche Scharniereisen. Die obere Kante des Nasenriemens soll etwa zwei Finger breit unterhalb der Jochleiste liegen. Auf keinen Fall soll die weiche Partie der Nase belastet werden.

Backenriemen

Er gibt zusätzliche Sicherheit gegen unzulässiges Verdrehen des Nasenriemens. Hierzu muss er um den unteren Bereich der Kinnbacken herumgehen. Er darf nicht locker sitzen. Der Kopfriemen könnte sonst durch Verlagerung das äußere Auge verletzen. Dies riskiert, wer sein Pferd aus Bequemlichkeit mit dem Stallhalfter longiert.

Stirnriemen

Auch der Stirnriemen ist breit ausgeführt und hat ein besonders gutes Polster, um bei fortgeschrittener Ausbildung die Oberzügel wahlweise in seine rückwärtigen Ringe einschnallen zu können. Aber Vorsicht, dies darf erst dann geschehen, wenn das Pferd gelernt hat, sich in den Hanken zu biegen.

Des Weiteren sind folgende Utensilien notwendig, um die HSH-Methode richtig umsetzen zu können:

Ober- und Unterzügel

Die Unterzügel sind mit dem Sattel verbunden und laufen mittig zwischen den Vorderbeinen hindurch zu den Seitenringen des Schulzaumes. In diese werden sie von innen nach außen „durchgefädelt“ und mit den Enden in die Zügelhalter eingeschnallt. Der durch die Seitenringe des Zaumes geführte Unterzügel bestimmt das Maß der Beizäumung. Er ermöglicht kleine Höhenverschiebungen des Pferdekopfes – für das Pferd eine immense Erleichterung. Der Oberzügel wird in die Seitenringe des Schulzaumes, und später, wenn es um die Aufrichtung geht, in die Seitenringe seines Stirnriemens eingeschnallt. Die Verstellung erfolgt an den Zügelhaltern.

Wichtig: Sollbruchstellen

Wenn das Pferd bei der Handarbeit stürzt, sollen die Zügel an vorgesehenen Sollbruchstellen reißen. Es könnte sonst zu Schaden kommen. Hierzu wird der Unterzügel in ein geschwächtes Hilfsriemchen eingeschnallt, das den Sattelgurt mittig umhüllt. Es genügt ein Sporenriemchen, dessen Querschnitt durch eine zusätzliche Lochung um ca. 50 % verringert wird.
Diese Lösung hat den Vorteil, dass die Umrüstung des Pferdes nach der Handarbeit zum Reiten bequem ohne Lösen des Sattelgurtes erfolgen kann. Die Sollbruchstelle des Oberzügels erhält man ebenfalls durch eine zusätzliche Lochung. Sie muss innerhalb des Einstellbereiches liegen. Es genügen zwei Löcher nebeneinander.

Bei den Leinen sind Sollbruchstellen besonders wichtig. Wenn ein Pferd – was niemals ganz ausgeschlossen werden kann – durchgeht, müssen Leinen, die sich um ein Pferdebein oder um ein Bein des Ausbilders legen, reißen. Da die handelsüblichen Leinen extrem reißfest sind, könnte es zu schweren Unfällen kommen. Die Sollbruchstellen sind direkt an der Einschnallung in die Ringe des Schulzaumes oder des Trensengebisses am zweckmäßigsten. An Stelle der üblichen schweren Karabinerhaken verwende man handelsübliche Sporenriemchen aus Leder, die man wie oben angegeben ebenfalls genügend schwächt. Textile Riemchen sind ungeeignet.

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